Kurz & knapp
Das Kartoffel-Jahr
- Vorkeimen: März, hell, kühl (12 °C)
- Pflanzen: Mitte April (Frühkartoffeln) bis Anfang Mai
- Abstand: 30 cm in Reihe, 70 cm Reihenabstand
- Pflanztiefe: 10 cm
- Häufeln: 2–3× während des Wachstums
- Ernte: Juli (Früh) bis September/Oktober (Lager)
Kartoffeln sind Nachtschattengewächse — die gleiche Familie wie Tomaten. Sie teilen Krankheiten (Kraut- und Knollenfäule) und gehören deshalb in die Fruchtfolge, nicht mehrfach ans selbe Beet in Folge.
Welche Kartoffel für welchen Zweck
- Frühkartoffeln (Erntereife 70–90 Tage): Annabelle, Sieglinde, Linda. Festkochend, dünne Schale, kurz lagerfähig.
- Mittelfrühe (100–120 Tage): Nicola, Cilena. Vielseitig, gut lagerbar.
- Späte / Lagerkartoffeln (130+ Tage): Ditta, Agria, Bintje. Mehlig bis vorwiegend festkochend, für Winterlagerung.
- Besondere Sorten: Bamberger Hörnchen (lange, schmal), Blaue St. Galler (blaues Fruchtfleisch), La Ratte (Bio-Gourmet).
So kommen Kartoffeln in den Start
Vorkeimen beschleunigt die Ernte um 2–3 Wochen. Ab März:
- Saatkartoffeln in Eierkartons oder flache Kisten legen, Augen nach oben.
- Hell (Fensterbank), aber kühl (10–15 °C).
- Nach 3–4 Wochen: feste, grüne Keimsprossen (2–3 cm).
- Pflanzfertig ab Mitte April.
Schritt für Schritt ins Beet
- Boden vorbereiten: humusreich, lockerer Gartenboden, pH 5,5–6,5 (leicht sauer).
- Furchen ziehen: 10 cm tief, 70 cm Abstand.
- Saatkartoffeln legen: 30 cm Abstand, Keimsprossen nach oben.
- Zuschaufeln und leicht andrücken.
- Vor Frost schützen: bei Spätfrost mit Vlies abdecken.
Die wichtigste Pflegearbeit
Häufeln bedeutet: Erde an die wachsenden Triebe schieben. Dadurch:
- Bilden sich mehr Knollen (an den eingegrabenen Stängeln).
- Knollen bleiben dunkel (kein Grünen = keine Solanin-Bildung).
- Unkraut wird unterdrückt.
Wann: Bei 20 cm Halmhöhe erstes Häufeln, bei 40 cm zweites, optional drittes. Aufhäufeln, bis nur noch die oberen Blätter zu sehen sind.
Gießen, Düngen, Krankheiten
- Gießen: während der Blüte (Knollenbildung) wichtig. Sonst mäßig.
- Düngen: Starkzehrer, aber organisch. Kompost im Herbst vor der Pflanzung einarbeiten. Kein Mist direkt ans Beet (fördert Schorf).
- Kraut- und Knollenfäule: braune Flecken auf Blättern, dann auf Knollen. Vorbeugen mit Abstand, nicht über Blätter gießen. Bei Ausbruch: Kraut sofort abmähen und entsorgen.
- Kartoffelkäfer: gelb-schwarz gestreift, Larven orange. Mechanisch absammeln (Kinder lieben das), in heißem Seifenwasser entsorgen.
Wann ernten
- Frühkartoffeln: ab Ende Juni/Anfang Juli wenn Blüte verblüht. Zart, dünne Schale, sofort essen.
- Mittelfrüh: August, wenn Kraut teilweise vergilbt.
- Lagerkartoffeln: September/Oktober, wenn Kraut vollständig abgestorben.
- Lagerware: nach Ernte 2–3 Tage abtrocknen lassen, dann dunkel, kühl (4–8 °C), luftig einlagern.
Häufige Fragen
Wann Kartoffeln pflanzen? Frühkartoffeln ab Mitte April, Lagerkartoffeln bis Anfang Mai. Nach Spätfrostrisiko.
Wie viele Kartoffeln pro Pflanze? Je nach Sorte 8–15 Knollen. Eine Pflanze liefert 0,5–1,5 kg.
Kann ich gekaufte Kartoffeln aus dem Supermarkt pflanzen? Theoretisch ja, aber nicht empfehlenswert. Supermarkt-Kartoffeln sind oft mit Keimhemmern behandelt und können Krankheiten übertragen. Besser Saatkartoffeln aus der Gärtnerei.
Wie lagere ich Kartoffeln richtig? Dunkel (kein Licht — sonst grün), kühl (4–8 °C), trocken, luftig. Nicht neben Äpfel (Ethylen lässt Kartoffeln keimen).