Kurz & knapp
Die vier Schritte
- Richtige Jahreszeit wählen (meist Frühjahr oder Herbst)
- Pflanze komplett ausgraben
- In 2–4 Stücke teilen, alte Mitte entsorgen
- Sofort neu pflanzen, gründlich wässern
Nach 3–5 Jahren werden viele Stauden von innen alt — die Mitte blüht weniger, der Rand treibt frisch aus. Teilen löst beide Probleme in einem Arbeitsschritt: Verjüngung und Vermehrung.
Wann welche Staude geteilt wird
- Frühjahrs- und Sommerblüher — im Frühjahr (März/April) oder im Herbst (September).
- Herbstblüher (Astern, Sonnenbraut, Silberkerze) — nur im Frühjahr.
- Gräser — April/Mai, sobald Austrieb beginnt, aber noch klein.
- Zwiebelstauden (Tulpen, Narzissen) — nach dem Einziehen des Laubs im Juli.
- Pfingstrosen — ausnahmsweise September/Oktober, langsam regenerierend.
Was du brauchst
- Spaten — zum Ausstechen und Teilen kleiner Horste.
- Grabegabel — schonender als Spaten, weniger Wurzelschäden.
- Zwei Grabegabeln Rücken an Rücken — klassische Teilungsmethode für große Horste.
- Messer oder Säge — für verholzte Stauden (Taglilien).
- Gießkanne bereit halten.
Schritt für Schritt
- Pflanze ausstechen. Mit Spaten im Kreis (30 cm Abstand) um die Staude stechen, dann hebeln.
- Wurzelballen herausheben. Möglichst ohne Wurzelbeschädigung.
- Ballen aufteilen. Kleinere mit Spaten durchstechen. Große mit zwei Grabegabeln Rücken an Rücken ansetzen und auseinanderdrücken.
- Alte Mitte entfernen. Der älteste, zentrale Teil ist meist holzig und wenig vital — auf den Kompost.
- Äußere Stücke wählen. Je 2–4 Teilstücke mit frischem Trieb und Wurzelwerk.
- Neu pflanzen. Gleich tief wie vorher, mit Kompost im Pflanzloch.
- Gründlich wässern, auch wenn es regnet.
Welche Stauden lassen sich gut teilen
Sehr einfach
Storchschnabel, Katzenminze, Schafgarbe, Rudbeckia, Fetthenne, Astilbe, Frauenmantel, Funkien, Taglilien.
Mit etwas Erfahrung
Pfingstrosen (Langsam, vorsichtig), Rittersporn (empfindliche Wurzeln), Phlox (ggf. jährlich zurückschneiden).
Besser nicht teilen
Christrose, Lenzrose (mögen keine Wurzelstörung), Akelei (lieber aussamen lassen).
Häufige Fragen
Wie oft soll ich Stauden teilen? Je nach Art alle 3–5 Jahre. Wenn die Mitte kahl wird oder weniger blüht: Zeit zum Teilen.
Was mache ich mit den Teilstücken? An Nachbarn verschenken, tauschen im Gartenbauverein, anderen Beeten zuweisen. Eine Pflanze ergibt nach 3 Jahren oft 4–5 neue.
Warum blüht die geteilte Staude im ersten Jahr schlechter? Normal. Die Pflanze steckt Energie in Wurzelbildung. Ab zweitem Jahr wieder voll dabei.
Kann ich Stauden im Sommer teilen? Nicht empfehlenswert. Hitze und Trockenheit stressen die frische Teilung zusätzlich. Nur in Ausnahmefällen (Umzug, Notfall) und dann wochenlang sehr gründlich gießen.